Dieser Übersichtsartikel beschreibt praxis-relevante komplementärmedizinische Verfahren, die sich in der Kopfschmerz- und Migränebehandlung bei Kindern und Jugendlichen bewährt haben. Die Autor:innen legen hierbei den Schwerpunkt auf Behandlungsmethoden, die sie in ihren Praxen einsetzen und mit denen sie gute Erfahrungen gemacht haben(1,2). Es wird kein Anspruch auf Vollständigkeit aller möglicher Verfahren gelegt.
Konventionelle analgetische sowie prophylaktische Methoden in der Kopfschmerz- und Migränebehandlung können parallel zu den hier genannten Verfahren eingesetzt werden bzw. bei Erfolg reduziert und ausgeschlichen werden.

Einführung
Ca. 10 Prozent der Schweizer:innen leiden unter Kopfschmerzen und Migräne und nicht selten beginnt dieses Schmerzleiden bereits im Kindes- und Jugendalter. Die Prävalenz beträgt 10-15 % bei Erwachsenen und 5-7 % bei Kindern und Jugendlichen. Kopfschmerzen und Migräne gehören zu den häufigsten Anlässen für einen Arztbesuch. Dabei erfordert insbesondere die Therapie der chronischen Formen einen ganzheitlichen Ansatz, der die Patient:innen in all ihren Facetten erfasst – im Sinne des bio-psycho-sozialen Modells. Neben der Schmerzfreiheit hat die Komplementärmedizin das Ziel, die Einnahme von Analgetika zu reduzieren, welche bei langanhaltender Anwendung zu erheblichen Nebenwirkungen wie Magenblutungen, Schmerzmittelabhängigkeit und zur Verstärkung von Dauerkopfschmerzen führen können.
Ätiologie der Migräne
Schon seit Langem ist bekannt, dass bei Migräne die Veranlagung (genetische Disposition) eine wichtige Rolle spielt. Darüber hinaus berichten Migräne-Patient:innen aber immer wieder, dass sie über lange Zeiträume frei von Schmerzattacken sind. Daran lässt sich erkennen, dass einerseits eine individuelle Migräne-Konstitution von Bedeutung ist, andererseits auch aktuelle belastende Faktoren für die Attacken verantwortlich sind.
Kopfschmerzen und Migräne können viele verschiedene Auslöser haben. Zu den wichtigsten gehören spezifische Stressoren, die bei einem Migräneanfall zu einer Verengung der kleinen Hirngefäße führen. Über eine Aktivierung des Nervus trigeminus kommt es zu einer Kontraktion sensibler zerebraler Blutgefässe. Im Rahmen der nachfolgenden Dilatation der Blutgefässe mit Permeabilitätserhöhung wird u.a. aus Thrombozyten 5-Hydroxytryptamin freigesetzt. Eine neurogene Inflammation breitet sich aus und die aktivierten Schmerzrezeptoren des Nervus trigeminus senden Schmerzimpulse zu bestimmten Hirnregionen.
Auslöser für Kopfschmerz und Migräne
Ein individuumspezifisches Stresserlebnis gilt als einer der wichtigsten Auslösemechanismen für Kopfschmerzen und Migräne – in jedem Alter. Die Stressoren sind sehr vielschichtig (siehe Tabelle 1). Nicht nur psychischer Stress in der Schule oder Probleme in der Familie dürfen als Stressoren gewertet werden. Auch die hormonelle Umstellung mit Elektrolytverschiebungen (z.B. prämenstruell) bedeutet Stress für den Organismus. Schlafentzug, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, z.B. eine Histaminintoleranz, eine Besiedelung des Mikrobioms mit pathogenen Keimen, Störungen des Flüssigkeitshaushaltes oder akute oder chronische Infektionen mit Viren und Bakterien können zu der oben beschriebenen Entzündungsreaktion führen(3,4,5,6). In der Studie von Taheri(4) mit 115 Kindern zwischen 3-15 Jahren kam es bei 87% der Kinder zu einem vollständigen Verschwinden ihrer Kopfschmerzen wenn sie ein bis drei bestimmte Nahrungsmittel mieden. Koffein war der stärkste Trigger, gefolgt von Glutamat, Kakao, Aspartam, Käse, Zitrusfrüchten und Nitrit.
Änderungen gewohnter Abläufe lösen möglicherweise eine sogenannte Wochenendmigräne aus oder Ortswechsel in andere Klimazonen können den Urlaub zum Migränealptraum werden lassen. Ebenso wird Wetterwechsel sehr häufig bei sensiblen Patient:innen als Auslöser ihrer Anfälle angegeben. Elektrosmog (Mobil, WLAN) kann massive Migräneanfälle triggern. Auch der ständige Schmerz eines muskulären Triggerpunktes oder Störungen des Bewegungssystems lösen möglicherweise eine Reizüberflutung im zentralen Nervensystem aus.
Solche belastenden Stressoren gilt es in der ganzheitlichen Kopfschmerz- und Migränebehandlung aufzuspüren und schliesslich zu reduzieren oder zu beseitigen. Bei den meisten Kopfschmerz- und Migränepatient:innen können dadurch die Intervalle zwischen den Anfällen deutlich verlängert und die Attacken in ihrer Dauer und Intensität reduziert werden. Manche Patient:innen lassen sich auf diese Weise auch vollständig von ihrer Kopfschmerz- resp. Migräne-Symptomatik befreien. Häufig berichten Patient:innen, dass durch die komplementärmedizinische Therapie „einfache Analgetika“ wieder helfen, die sie sonst wegen des Gewöhnungseffektes mit nachlassender Wirkung und steigender Dosierung eingenommen haben.

Komplementärmedizinische Behandlungsverfahren – Einleitung
Zu den bekanntesten Therapieverfahren der komplementären Kopfschmerz- und Migränebehandlung zählen neben Homöopathie, Phytotherapie und Akupunktur auch Entspannungstechniken wie die Hypnosetherapie und diätetische Massnahmen.
Eine zunehmend anerkannte Bedeutung haben Veränderungen des Mikrobioms resp. Dysbiosen der Darmflora, die zu Störungen im Serotonin-Haushalt im Bereich des Darm-Nervengeflechts (Plexus myentericus) und sekundär zu Kopfschmerzen resp. Migräne führen können, siehe hierzu Review von Arzani et al. von 2020(7). Hilfreich ist in solchen Fällen eine Optimierung des Mikrobioms mit anschliessender Ernährungsumstellung, die das physiologische Milieu im Verdauungstrakt wieder herstellt. Weiterführend muss auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden.
Bei Verdacht auf zugrundeliegende psychische Belastungsfaktoren sollte eine psychologische/psychotherapeutische Betreuung angeboten werden.
Aus klinischer Erfahrung kann im Anschluss an die beschriebenen Behandlungen noch eine konstitutionelle Umstimmung mit Homöopathika erfolgen.
Es ist wichtig, die komplementärmedizinischen Therapieverfahren individuell auf die zu behandelne Person abzustimmen, da nicht jede:r Patient:in die gleichen belastenden Faktoren aufweist und auch nicht auf die gleichen Massnahmen anspricht.
Sobald sich die Beschwerdesymptomatik reduziert, können stärkere Analgetika und Triptane oder prophylaktische eingesetzte Medikamente wie z.B. Betablocker, Calciumantagonisten, Antidepressiva oder CGRP-Antagonisten oft durch Präparate aus dem homöopathischen oder phytotherapeutischen Spektrum ersetzt werden. Analgetika und Triptane stehen den Patienten selbstverständlich weiter zur Verfügung, um einen nicht anderweitig zu kupierenden Anfall zu behandeln. Das gemeinsam verfolgte Ziel ist, die Angst vor einem erneuten Migräneanfall als Stressor zu reduzieren.
Ordnungstherapie
Unter dem Begriff „Ordnung“ wird in der Komplementärmedizin eine „Ausgeglichenheit der individuellen Ansprüche und Bedürfnisse des Menschen mit den Gegebenheiten seiner Natur und seiner Umwelt“ verstanden. Dieser Zustand entspricht einer weitestgehenden geistigen, seelischen und körperlichen Ausgeglichenheit des Organismus, und grenzt sich von Krankheit bzw. «Unordnung» im Organismus ab. Ziel der Ordnungstherapie ist es, konstitutionelle und konditionelle Schwächen und Belastungen (Stressoren) der Patient:innen zu identifizieren, um diese unmittelbar und in ihrer Gesamtheit zu behandeln und im weiteren Verlauf meiden zu können.
Die unterschiedlichen Behandlungsverfahren der Kopfschmerz- und Migränetherapie sind im Folgenden und in der Tabelle 2 nach Priorität und therapeutischer Häufigkeit aufgeführt.

Sanierung des Mikrobioms/Symbioselenkung/Darmsanierung
Die Relevanz eines ausgewogenen Zusammenlebens des menschlichen Organismus mit nützlichen Bakterien wurde erstmals 1917 von dem Mikrobiologen Prof. Nissle beschrieben. Er erkannte den Zusammenhang vieler chronischer Erkrankungen und der Fehlbesiedlung des Darmes mit krankheitsfördernden Bakterienstämmen.
Das Immunsystem des Darmes wird entscheidend von einer physiologischen Darmflora beeinflusst. Die Darmflora besteht aus einer Vielzahl verschiedener Bakterien, die für die Schutzfunktion der Darmwand, zur Aufrechterhaltung des Darmmilieus und nicht zuletzt bei der Aufnahme von Vitaminen wie Folsäure, Laktoflavin, Nikotinsäureamid, Pyridoxal, Pantothensäure, Vitamin B12 und Biotin mitverantwortlich sind.
Ist das Mikrobiom gestört, können durch Gärungs- und Fäulnisvorgänge lokale Beschwerden auftreten (Tenesmen, Entzündungen, verstärkte Histaminproduktion, reduzierte Peristaltik). Darüber hinaus reduziert sich die physiologische Barrierefunktion und die immunologische Funktion des Darmes. Toxische Stoffwechselprodukte werden vermehrt resorbiert und belasten direkt oder über eine reduzierte Entgiftungsfunktion der Leber den Organismus. Bei einer durch Fehlbesiedlung verursachten verminderten Darmperistaltik wird die Serotoninausschüttung (aus den chromaffinen Zellen des Plexus myentericus) negativ beeinflusst, was zu emotionaler Verstimmung, einer Senkung der Schmerzschwelle und ggf. zu einer Migränesymptomatik führen kann(8,9,10,11).
Mögliche Ursachen für die intestinale Besiedlung pathogener Keime sind: Pharmaka, Strahlen, Toxine, Fehlernährung, funktionelle Störungen des Gastrointestinaltraktes, schwere Darminfektionen, Bakterientoxine u.a..
Im Rahmen einer Sanierung des Mikrobioms sollten zuerst die anaeroben resp. fakultativ anaeroben pathogenen Keime eliminiert oder möglichst reduziert werden (z.B. mit dem vorsichtigen Einsatz von oralem Magnesiumperoxid; in der Regel eine Woche morgens und abends 1/4 Teelöffel, d.h. 1-2 g, 30 Minuten nach dem Essen mit Wasser einnehmen – die Dosis bezieht sich ab dem 12. Lj; dabei auf genug Flüssigkeitsaufnahme achten und bei starker Diarrhoe die Dosis reduzieren). Zur Stabilisierung des Darmmilieus kann Laktose gegeben werden. Dies kann mit Bitterstoffen zur Anregung der Leber- und Gallesekretion kombiniert werden. Zuletzt werden physiologische Darmbakterien vorsichtig substituiert. Die Behandlung mit physiologischen Darmbakterien über mindestens zwei Monate sollte nicht als reine Substitutionstherapie betrachtet werden, sondern als Rückgewöhnung des Organismus an ein physiologisches Keimspektrum(8,9).
Phytotherapie
Die Anwendung von Pflanzen, Pflanzenteilen und Zubereitungen derselben hat bei Schmerzen im Kopfbereich eine lange Tradition. Dabei umfassen die Anwendungsmöglichkeiten externe Applikationsformen (Kräuterkissen, Phytobalneologie, Segmenttherapie) und die interne Gabe (Tee, standardisierte Pflanzen- und Pflanzenextraktpräparate) zur Prophylaxe, Anfallsbehandlung und Milderung der Nebenwirkungen anderer Verfahren.
Beispiele für lokale Einreibungen zur Segmenttherapie stellen ätherische Öl-Präparate mit Citronella-, Fenchel-, Lavendel-, Latschenkiefer-, Muskat-, Pfefferminz- oder Wacholderöl dar. Besonders zu empfehlen ist die lokale externe Anwendung von Pfefferminzöl an der Schläfe und im Nackenbereich bei akuten Schmerzen(12).
Weiter unten im Text finden sich in der Rubrik der differenzierten Betrachtung der Schmerzprojektionen in das Meridiansystem der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) Rezepturen für Teekuren. Eine Teekur sollte grundsätzlich über 6-8 Wochen durchgeführt werden, mit nachfolgender therapeutischer Pause von 4-6 Wochen. Es werden pro Tag 1-3 Tassen Tee getrunken, eine Tasse bemisst sich auf 150 ml. Der Tee sollte nüchtern und schluckweise eingenommen werden. Die Mengenangabe bezieht sich auf Jugendliche ab ca. 12 Jahren – bei jüngeren Kindern wird die Dosis entsprechend nach unten angepasst.
- Aufguss (Infus): 1-2 Teelöffel mit 150-200 ml kochend heissem Wasser übergiessen und 15 Minuten abgedeckt ziehen lassen. Anschliessend durchsieben und schluckweise trinken.
- Abkochung (Dekokt): Tee in entsprechende Menge kochenden Wassers geben und 10-15 Minuten weiterkochen. Dann durchsieben und mundwarm schluckweise trinken.
- Kaltaufgauss (Mazerat): Tee mit 200-250 ml Wasser übergiessen und bei Raumtemperatur (16-22 °C) über 12-24 h stehen lassen. Zum Gebrauch durchsieben und erwärmen (nicht kochen).
Beispiel für einen breit wirksamen Kopfwehtee n. R. Quincke
Schlüsselblumenblüten
Ringelblumenblüten
Kamillenblüten
Pfefferminzblätter
Lavendelblüten
Melissenblätter
Arnikablüten
Benediktenkraut
25.0
5.0
10.0
5.0
5.0
15.0
5.0
25.0
Misce fiat species (mischen, so dass es ein Tee wird)
Einnahme: 1-3 mal täglich 1 Tasse als Aufguss.
Beispiel für einen Tee bei akuter Migräne:
Flor. Betulae
Fruct. Juniperi
Cort. Salicis
Fruct. Sambuci
20.0
10.0
20.0
10.0
Misce fiat species (mischen, so dass es ein Tee wird)
Dosierung: 2 Teelöffel auf 1 Tasse als Aufguss, 15 Minuten ziehen lassen.
Homöopathie
Die Homöopathie lässt sich als eine Regulationstherapie definieren. Ihr Ziel ist die Steuerung der körpereigenen Regulation mit Hilfe einer Arznei, die dem einzelnen Erkrankten in seiner personalen Reaktionsweise entspricht. Die klassische Homöopathie behandelt die Gesamtsymptomatik des Krankheitszustandes eines Patienten und kann somit auf die Beschwerdesymptomatik im Krankheitsverlauf Einfluss nehmen, siehe auch Frei et al. in dieser Zeitschrift(13). Der Grad der Potenzierung wird individuell nach Konstitution und Anamnese gewählt.
Zur Kopfschmerz- und Migränebehandlung haben sich folgende homöopathische Mittel je nach Schmerzmuster bewährt (jedes Alter) (Tabelle 3).

Bei der akuten Migräne ist die Kombination folgender Einzelmittel zu empfehlen:
Tabacum D2, Oleander D2, Acidum hydrocyanicum D6, Veratrum album D4 (zu gleichen Teilen auf 80 ml mischen), davon alle 15 Minuten 10 Tropfen (oder siehe Schmerzprojektion nach Meridianverlauf weiter unten im Text).
Akupunktur
Mehrere Übersichtsarbeiten kommen zu dem Schluss, dass Akupunktur bei chronischen Kopfschmerzen und Migräne bei Kindern eine wirksame Behandlung sein kann, auch wenn die Evidenz aufgrund der wenigen pädiatrischen Studien nicht sehr stark ist(14,15,16). Seit 2012 empfiehlt das britische National Institute of Health and Clinical Excellence (NICE) Akupunktur für Patient:innen ab 12 Jahren bei Spannungskopfschmerzen und Migräne, wenn Medikamente der ersten Wahl ungeeignet oder unwirksam sind(17). Seit 2021 wird die Akupunktur von NICE in den Leitlinien für chronische Primärschmerzen für Patient:innen ab 16 Jahren bei chronischen Kopfschmerzen, einschliesslich Spannungskopfschmerzen und Migräne, empfohlen(18). Akupunktur wird auch in akademischen Krankenhäusern in verschiedenen Ländern wie den USA(19), Grossbritannien(20) und Australien(21) für pädiatrische Kopfschmerzen empfohlen.
Bei kleinen Kindern oder nadelempfindlichen Patient:innen können die Punkte auch mit Akupressur behandelt werden. Hierzu werden die Akupunkturpunkte mit leicht kreisenden Bewegungen über wenige Minuten massiert – gerne auch durch die Eltern. Besonders gut wirken bei akuten Kopfschmerzen Di4 und bei Übelkeit Pe6.
Bei akutem Kopfschmerz oder im Migräneanfall hat sich die Mikrosystem-Akupunktur ausserordentlich bewährt, z. B. die Ohrakupunktur oder die Neue Schädelakupunktur nach Yamamoto (YNSA).
Ohrakupunktur
Die Nomenklatur der hier empfohlenen Ohrakupunkturpunkte bezieht sich auf die chinesische und die französische Schule. Es werden nur die als «aktiv» detektierbaren Punkte verwendet(22).
Organ- oder Korrespondenzpunkte: Stirn (33), Sonne (35), Polster/Okziput (29).
Analgetisch bzw. antiphlogistisch wirkende Punkte: Polster/Okziput (29), Shen Men (55), Analgesiepunkt, Thalamus (26a).
Vegetativ ausgleichende bzw. psychotrope Punkte: Jerome (29b), Vegetativum II (34), Punkte im Bereich der vegetativen Rinne der HWS, Herz (100), Neurasthenie-Punkt, Frustrationspunkt, Anti-Aggression (Psychotroper Punkt [PT1]), Angst-Sorge (PT2), Anti-Depression (PT3), Kummer-Freude (PT4).
Modalitätsspezifische oder ergänzende Punkte: Wetterpunkt, Uterus (58), Ovar (23), TSH-Punkt, Plexus solaris, Ggl. stellatum, Ggl. cervicale medius.
Neue Schädelakupunktur nach Yamamoto (YNSA)
Nicht nur eigene Erfahrungen der Autor:innen, sondern auch die Untersuchung von Rezvani et al. zeigen, dass die Neue Schädelakupunktur nach Yamamoto der klassischen Akupunktur in der Prophylaxe und Behandlung der Migräne vergleichbar ist(23). Verwendet werden bei der Behandlung von Kopfschmerz und Migräne die Ypsilon-Punkte und Hirnnervenpunkte nach Schmerzprojektion in den Meridianverlauf sowie die Basis-Punkte A oder B auf der Seite der Beschwerdelokalisation (24).
Gezielte komplementärmedizinische Behandlung entsprechend der Schmerzlokalisation nach Meridiandiagnostik der TCM
Im Folgenden werden die zur akuten Behandlung von Kopfschmerz und Migräne indizierten Akupunkturpunkte dargestellt, sowie mögliche Phytotherapeutika und Homöopathika entsprechend der Schmerzprojektion in die Meridianverläufe(1).
Schmerzlokalisation Blasen-Meridian (Bl)

Akupunkturpunkte
Dü3, Bl60, Ni3
Phytotherapie – ab Schulkindalter
Teezubereitungen aus Benediktenkraut, Brennnessel, Wacholderbeeren.
Beispiel:
Fruct. Juniperi 60.0
Fruct. Foeniculi
Rad. Liquiritiae aa 20.0
Misce fiat species (mischen, so dass es ein Tee wird)
Dosierung: 1 Teelöffel auf 1 Tasse als Aufguss und nachkochen lassen.
Homöopathie – jedes Alter
Einzelmittel:
Solidago D2 Dil., 3x 5 Tropfen
Clematis D3 Dil., 3x 5 Tropfen
Natrium muriaticum D12 (akut) oder D30 (Intervall) 3x 2 Globuli
Der Blasenmeridian-Kopfschmerz tritt meist als Migräne oder vasomotorischer Kopfschmerz auf. Er zieht von frontal nach okzipital oder umgekehrt. Der Schmerzcharakter wird als dumpf und drückend angegeben, „als ob der Kopf von vorn und hinten mit einer Klammer zusammengedrückt würde“.
Schmerzlokalisation Gallenblasen-Meridian (Gb)

Akupunkturpunkte
3E5, Gb43, Le3
Phytotherapie – ab Schulkindalter
Teezubereitungen aus Artischocke, Lavendel, Schöllkraut.
Beispiel:
Flor. Lavandulae 10.0
Flor. Chamomillae 30.0
Fol. Melissae 20.0
Misce fiat species (mischen, so dass es ein Tee wird)
Dosierung: 1 – 2 Teelöffel auf 1 Tasse als Aufguss.
Homöopathie – jedes Alter
Einzelmittel:
Dioscorea villosa D4 Dil., 3x 5 Tropfen
Lycopodium D4 Dil., 3x 5 Tropfen
Carduus marianus Urtinktur Dil., 3x 5 Tropfen
Der Gallenblasenmeridian-Kopfschmerz tritt fast immer als Migräne auf. Er breitet sich vorwiegend temporal aus. Er zieht von der hinteren Nackenpartie (M. trapezius) gemäss dem Meridianverlauf mit etwas Abstand um das Ohr herum bis über und hinter das Auge. Die Schmerzintensität ist stechend, veränderlich und die Schädelseiten wechselnd.
Schmerzlokalisation 3-Erwärmer-Meridian (3E)

Akupunkturpunkte
3E5, 3E15, Gb43, Le3
Phytotherapie – ab Schulkindalter
Teezubereitungen aus Löwenzahn, Steinklee.
Beispiel:
Rad. Taraxi c. Herb. 20.0
Rad. Urticae c. Herb. 20.0
Fol. Betulae 30.0
Misce fiat species (mischen, so dass es ein Tee wird)
Dosierung: 1 Esslöffel auf 1 Tasse als Aufguss, 15 Minuten ziehen lassen.
Homöopathie – jedes Alter
Einzelmittel:
Dulcamara D4 Dil., 3x 5 Tropfen
Tabacum D2 Dil., 3x 5 Tropfen
Veratrum album D4 Dil., 3x 5 Tropfen
Die Schmerzen ziehen meist vom M. trapezius direkt um das Ohr herum nach temporal. Sie verlagern sich dann mehr nach frontal und werden besonders intensiv hinter dem lateralen Augenwinkel wahrgenommen. Manchmal geben die Patienten das Gefühl an, „als würde das Auge aus dem Schädel gedrückt“. In diesen Fällen wird die Akupunktur des 3-Erwärmer-Meridians in Verbindung mit den Punkten des Gallenblasen-Meridians durchgeführt.
Schmerzlokalisation Magen-Meridian (Ma)

Akupunkturpunkte
Di4, Ma44, Mi6
Phytotherapie – ab Schulkindalter
Teezubereitungen aus Bertramwurzel, Wermut.
Beispiel:
Herb. Absinthii 10.0
Rad. Angelicae 30.0
Fol. menth. pip. 10.0
Rad. Liquiritiae10.0
Fruct. Foeniculi 30.0
Misce fiat species (mischen, so dass es ein Tee wird)
Dosierung: 1 Teelöffel auf 1 Tasse als Aufguss, 10 Minuten ziehen lassen.
Homöopathie – jedes Alter
Einzelmittel:
Nux vomica D4 Dil., 3x 5 Tropfen
Thymus vulgaris D2 Dil., 3x 5 Tropfen
Argentum nitricum D3 Dil., 3x 5 Tropfen (bei Hyperacidität)
Entsprechend dem Meridianverlauf breitet sich der Kopfschmerz fronto-parietal von der Geheimratsecke bis ggf. in das Gesicht aus. Häufiger sind junge Männer betroffen, die zudem meist an einer chronischen Gastritis leiden. Bei der „Magen-Migräne“ steht zudem gehäuft das Symptom der „Magenempfindlichkeit“ und des Erbrechens mit langdauernder Übelkeit im Vordergrund.
Schmerzlokalisation Leber-Meridian (Le)

Akupunkturpunkte
Le2 (sedierend bei Hypertonie) oder Le3 (bei Normo- oder Hypotonie)
Phytotherapie – ab Schulkindalter
Teezubereitungen aus Artischocke, Kamille, Löwenzahn, Mariendistel.
Beispiel:
Sem. Cardui Marianae
Fol. Menthae pip. aa 30.0
Herb. Millefolii
Flor. Stoechados aa 30.0
Misce fiat species (mischen, so dass es ein Tee wird)
Dosierung 1 Teelöffel auf 1 Tasse als Aufguss, 10 Minuten ziehen lassen.
Homöopathie – jedes Alter
Einzelmittel:
Quassia D4 Dil., 3x 5 Tropfen
Lycopodium D4 Dil., 3x 5 Tropfen
Carduus marianus Urtinktur Dil., 3x 5 Tropfen
Ceanothus americanus D2 Dil., 3x 5 Tropfen
Der Leber-Meridian-Kopfschmerz imponiert als isolierter Schmerz des Schädeldeckels (der innere Ast des Meridians verläuft zum Punkt Du Mai 20). Subjektiv gibt der Patient ein Gefühl an, als würde ihm „die Schädeldecke abspringen“. Bei akuten Schmerzen kann hier auch ein Mikroaderlass am Punkt Du Mai 20 durchgeführt werden. Gegebenenfalls den Gallenblasen-Meridian mitbehandeln.
Orthomolekulare Medizin
Die prophylaktische Gabe von Riboflavin, Coenzym Q10 und Magnesium ist in der Migränebehandlung mittlerweile unbestritten(25,26). Aber auch andere Vitamine und Spurenelemente zeigen sich in der Migräneprophylaxe erfolgreich, besonders wenn für diese nur unzureichende oder minimale Serumspiegel vorliegen. Dies gilt z.B. für Eisen, Vitamin B12, Vitamin D, Melatonin oder bei einer Histaminintoleranz für Vitamin B6 und Vitamin C (welche wichtige Bausteine der Diaminoxidase sind). Diese Vitamine und Spurenelemente sollten bis in den hochnormalen Bereich substituiert werden.
Aus- und ableitende Verfahren
Die Schröpftherapie kann bei Muskelhartspann der Nacken- und Schultermuskulatur eingesetzt werden. Des Weiteren empfiehlt sich in der Migränebehandlung die Ausleitung über die Nieren und die Leber (diuretische und entgiftende Therapie)(27).
Physikalische Therapie, Physiotherapie, Osteopathie(1)
- Massage: Ausstreichungen, Zirkelungen im Bereich der Kopf- und Nackenmuskulatur; Bindegewebsmassage.
- Manuelle Therapie: Mobilisation bei Vorliegen von Blockierungen oder Hypomobilität, bei Hypermobilität der Zervikalsegmente stabilisierende Übungen.
- Hydrotherapie: ansteigende Teilbäder, lokal kalte Güsse.
- Wärmeapplikation: heisse Rolle, Fango.
- Allgemeine Massnahmen: Körperwahrnehmungsschulung z.B. Feldenkrais, Qi Gong.
Neuraltherapie
Mit der therapeutischen Lokalanästhesie (Injektionen an in der Pathogenese involvierte Nerven und reaktiv schmerzhafte Muskelareale) resp. der Neuraltherapie nach Huneke können überempfindliche Körperareale wieder in einen normalen Erregungszustand gebracht werden. Andauernde Reizungen peripherer Nerven können überproportionale Schmerzsymptomatiken hervorrufen. Diese Sensibilisierung kann im Sinne einer pathologischen neuronalen Plastizität auf allen Stufen des Nervensystems entstehen. Mit der Neuraltherapie können die sensibilisierten Nervenstrukturen durch Injektion eines Lokalanästhetikums zum Beispiel an die Nervenaustrittspunkte (Nervus occipitalis major et minor, Nervus supraorbitalis, Nervus infraorbitalis, Nervus mentalis) intervallmässig unterbrochen werden, um eine normale neuronale Erregbarkeit wieder zu erlangen. Als Umstimmungs-/Gegenirritationsverfahren kann das Lokalanästhetikum auch segmental sub- und intrakutan im Schmerzbereich injiziert werden. Nicht nur die Schmerzperzeption im Bereich des peripheren, sondern auch eine mögliche Plastizität im autonomen Nervensystem sollte bei der Therapie chronischer Schmerzen unbedingt Beachtung finden.
Darüber hinaus sollte nach Störfeldern (Narben, chronische Entzündungsherde (zum Beispiel an den Zähnen)) gesucht werden, da solche „Störfelder nach Huneke“ im Organismus selber ortsfremde Schmerzen erzeugen oder auch die Schmerzempfindlichkeit stark erhöhen können(1).
Entspannungsverfahren und Hypnose
Beispiele für geeignete und leicht erlernbare Entspannungsverfahren sind die progressive Muskelrelaxation nach Jakobson oder Autogenes Training. Mit der medizinischen Hypnose kann individuell auf auslösende psychische Stressoren Einfluss genommen werden und diese in einer geführten Hypnose und/oder mittels Selbsthypnose aufgelöst werden(28,29,30).
Hierfür ein Fallbeispiel
Max ist ein 11-jähriger Junge, der jüngste von 3 Geschwistern. Seine Mutter begleitet ihn zur ersten Konsultation. Er hat seit zwei Jahren einmal wöchentlich frontale Kopfschmerzen mit Licht- und Lärmempfindlichkeit, Nausea und gelegentlichem Erbrechen, sowie schmerzenden Augen und Flimmerskotomen. Nüchtern-Erbrechen gibt es nicht. Hilfreich gegen die Kopfschmerzen sind Schlafen, Ablenkung, Sport, genügendes Trinken, kaltes Tuch auf den Kopf, Hände ins kalte Wasser legen und sich mit Freunden treffen. Schmerzmedikamente werden nicht eingesetzt.
Max ist ein ausgezeichneter Schüler. Trotz Schmerzen geht er zur Schule. Dort und als Kendo Kämpfer ist er sehr ehrgeizig. Der somatische- und Neurostatus ergeben keine pathologischen Befunde.
In der zweiten Konsultation beschreibt Max, dass er ein schneller Denker ist. Er beklagt, dass er alles höre und wahrnehme. Die Mutter bestätigt, dass ein adäquater Schutz vor Umwelteindrücken noch nicht möglich sei. Reizüberflutung führe zu Kopfschmerzen. Max wird ermuntert zu überlegen, was er lieber statt dem Zuviel an Eindrücken erleben möchte. Als Ziel formuliert er den Wunsch “gut durch den Tag kommen”, indem er sich selber sage: “Lass die Anderen schwatzen. Ich bleib bei mir.”
Spontan schiebt er nach: “Ich komme mir vor, wie ich eine grosse Operation machen lassen möchte.” Auf die Frage nach der gewünschten Operation, beschreibt er, dass er sich «Kiemen an den Schultern zum Abtauchen” wünscht. Seine kreative Idee wird anerkennend aufgenommen und in der anschliessenden Trance genutzt.
Max wird eingeladen drei tiefe Atemzüge zu nehmen und seine Aufmerksamkeit auf einen “schönen Ort “ zu fokussieren. Durch Kopfnicken-Lassen bestätigt er, dass er mit “Kiemen an den Schultern” am schönen Ort angekommen ist. Sein Tranceerlebnis wird durch multisensorische Suggestionen verstärkt. Max erlebt imaginär, wie er seine Kiemen als Filterorgane für Quantität und Qualität von Eindrücken einsetzen kann. Weiter erfährt er, wie er über die passende Kiemen-Einstellung das richtige Mass an belebendem Sauerstoff aufnehmen darf. Suggestionen für den Wechsel der Schwimmhöhe folgen. Durch die Wahl der Schwimmhöhe kann Max angemessen und eigenständig das “Geschützsein von der Aussenwelt” steuern. Max wird zur Weiterreise in den Kopf und zum Hirn, wo das Schaltpult für die Regulation der Wahrnehmungen ist, eingeladen. Beim Schaltpult entdeckt er überraschend einen alten Mann, der den Wahrnehmungsschalter bedient. Als Chef von Hirn und Körper gibt Max dem alten Mann klare Anweisungen, wie jener den Wahrnehmungsschalter zu bedienen hat, damit sich Max wohler und wohler fühlen wird. Die abschliessende posthypnotische Suggestion beinhaltet, dass Max die gemachten Erfahrungen von hier für spätere Momente mitnehmen kann, wenn es für ihn wichtig sein wird, als Chef seines Hirns und Körpers den Wahrnehmungsfluss angemessen für sein Wohlbefinden zu regulieren. Während des Debriefings erzählt Max detailliert über das Eintauchen in seine Unterwasserwelt und wie er dem alten Mann im Hirn klare Anweisungen erteilt hat.
In der dritten Konsultation berichtet Max deutlich weniger Kopfschmerzen zu haben und über gesteigertes Wohlbefinden. Auf die Frage, was nützlich gewesen sei, sagt er knapp: “Wenn ich etwas will, dann geht es einfach. Ich habe einfach regelmässig meine ganz eigene Max-Hypnose gemacht.” Er beschreibt, dass seine gute Vorstellungkraft und Motivation ihm geholfen haben.
Kommentar: beeindruckend war, wie schnell und zielführend Max Selbsthypnose für sich nutzen konnte.
Ausschau
Die wohl schwierigste Entscheidung bei der „integrativen“ Behandlung von Schmerzen ist, für jede:n Patienten:in individuell die richtige Kombination der verschiedenen Behandlungsverfahren zu finden. H. Pietschmann, Professor für Theoretische Physik/Universität Wien, schrieb dafür sehr passend „Habe ich nur eine Behandlungsmethode zur Verfügung, so unterliegt sie meiner Sorgfaltspflicht, sie richtig zu verwenden. Habe ich zwei oder mehrere Verfahren zur Verfügung, so übernehme ich als Therapeut die Verantwortung, welches oder welche der Verfahren das Beste für meinen Patienten ist“ (31).

Referenzen
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